Golf-Reise-Tipps

Der Besuch mancher Regionen „nur“ zum Golfen ist eigentlich zu schade. Das gilt auch für die Costa Blanca. Sei es die größte Stadt der Region Alicante, oder kleinere Orte wie Denia oder Guardamar del Segura – sie alle locken nicht nur mit interessanten Innenstädten, sondern haben meist direkt vor den Stadttoren zauberhafte Strände. Viele Gründe also, bei einem Golfurlaub an der Costa Blanca, den Schläger auch mal für ein oder zwei Tage ruhen zu lassen. Danach spielt man sowieso wieder entspannter auf.

 

Beim Anflug entlang der Küste von Valencia bis Alicante blickt manch ein Golfer geschockt aus dem Flieger auf die klotzigen Hochhaustürme von Benidorm auf die zubetonierten Küstenstreifen mit ihren Wolkenkratzern am Sandstrand. Der Beton-Wildwuchs aus der Anfangszeit des Massentourismus ist unübersehbar. Damals lautete das Motto: Masse statt Klasse. Heute ist der Trend umgekehrt. Man findet seine Urlaubsidylle nur wenige Kilometer nach dem Verlassen des Flughafens von Alicante an der Costa Blanca mit charmanten Orten und alten Stadtkernen, kilometerlangen Sandstränden und äußerst spannenden und herausfordernden Golfplätzen.

LasColinasBahn16

Zunehmend heller leuchten eine halbe Stunde südlich von Alicante nahe Torreveija die Sterne des Golfresorts von Las Colinas Golf & Country Club. Dieses 2011 von belgischen Investoren eröffnete Resort, das sich über mehrere hundert Hektar zieht, beeindruckt mit seinen traumhaften Villen und Appartementhäuser und serviert seinen Besitzern und Besuchern Ruhe pur. Der golferische Teil der Anlage wird von Troon Golf gemanagt, der weltweiten Nummer Eins in Sachen Golfplatzpflege. Da wundert es nicht, dass der 18-Loch-Course zu Europas Top 100 zählt. Gastspieler können hier in modernen und großzügigen Selbstversorger-Appartements das entspannende Umfeld genießen und zu reduzierten Greenfees aufteen.

LasColinasSushiman

Der Platz und seine Immobilien schlängeln sich durch ein dreihundert Hektar großes, ruhiges  Tal und lassen den Golfspieler schon vom ersten Schlag an die Welt draußen vergessen.  Das Platzdesign von Cabell B. Robinson (designte u.a. La Reserva de Sotogrande) verwöhnt das Auge auf Schritt und Tritt. In zwei großen Schleifen spielen Golfer durch das  beeindruckende Refugium mit tausenden von Obstbäumen und Korkeichen.

Sechs große See, knifflige Par 4 und mehrere klassische Doglegs und mehr als 100 teils gigantische Bunkerlandschaften komplettieren die Herausforderungen. Las Colinas – ein Golferlebnis, das man problemlos eine Woche lang jeden Tag genießen kann, ohne dass die geringste Spur von spielerischer Langeweile aufkommt.

Kulinarisch werden die Gäste im Restaurant Unik und mit der Sushi Bar Enso sehr abwechslungsreich und zu fairen Preisen versorgt. Die Terrasse mit beruhigendem Blick in die weite Landschaft verbreitet abends vor dem Sonnenuntergang  eine meditative Stimmung. Man möchte nicht abreisen – lieber verlängern. www.lascolinasgolf.es

Doch neben dem Star der Costa Blanca Las Colinas locken noch weitere 13 Golfplätze rund um Alicante auf ihre Fairways. Zu den jüngeren und moderneren Resorts zählt das La Finca Golf & Spa Resort, rund 20 Autominuten südlich des Flughafens von Alicante. Das moderne und luftige Design mit dominierender Glasarchitektur gibt fast überall im Hotel den Blick frei auf das Umfeld mit grandiosem Golfplatz und Urbanisationen. Der schon 2002 gebaute Golfplatz liegt eingebettet  an den Hängen des Bergs La Escotera, lässt sich aber mit seinem nur leicht hügeligen Design auch ganz entspannt ohne Cart spielen.

Der Platz garantiert ein sehr abwechslungsreiches Spiel mit meist breiten Fairways und sehr schnellen Grüns. Ungewöhnlich: An Bahn 7 puttet man auf einem riesigen quadratischen Grün. Beeindruckend wie der alte Olivenbaumbestand, ist auch die Zahl von fünf  Insel- oder Halbinselrüns.

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Herausragend präsentieren sich die modernen Zimmer im La Finca-Hotel direkt am Platz mit großzügigen Balkonen oder Terrassen. Fans von modernem Design möchten nicht mehr ausziehen. Während im À-la-carte-Re­s­tau­rant eine hervorragende Küche und Weine zu fairen Preisen aufgetischt werden, schwächelt das Büffetrestaurant beim Essen und durch seine Lautstärke. Man arbeite an Verbesserungen, verspricht das Management.

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Nach der Runde lässt es sich unter Sonnenschirmen am großen Pool herrlich entspannen.

www.lafincagolfresort.com

Vom La Finca-Resort betrieben, werden zudem die beiden gut 20 Minuten entfernt gelegenen Golfplätze Villamartín und Las Ramblas. Die Plätze können unterschiedlicher kaum sein und sind unbedingt einen Ausflug wert. Villamartín wurde von Paul Putman entworfen und  liegt am südlichen Ende der Costa Blanca etwa einen Kilometer vom Strand entfernt zwischen Torrevieja und San Javier. Der Golfplatz befindet sich in einem hügeligen Gebiet. Die ersten neun Bahnen liegen höher und  bieten spektakuläre Ausblicke auf das Meer. Dann geht es stets leicht hinunter durch kleine Täler und Schluchten. Villamartín zählt mit 40 Jahren zu den ältesten Plätzen der Region und begeistert den Greenfee-Spieler zudem mit einem wunderbaren Clubhaus und einer herrlich lockeren Atmosphäre (da können sich viele Clubs etwas abgucken). Überall maurische Fliesen, eine großzügige Terrasse und äußerst faire Preise für Essen und Trinken. Hier macht es Spaß, länger zu verweilen und von der Terrasse aus das Treiben am Abschlag 1 und auf Bahn 18 zu beobachten.

www.golfquara.com

AlicanteLaFincaHotel

Das gilt auch für die wunderbar – hoch über dem äußerst hügeligen Platz – gelegene Terrasse vom Golfclub Las Ramblas. Was für ein Abenteuerspielplatz inmitten von Pinien- und Kiefernwäldern. Zahlreiche Adlerhorst-Abschläge versprechen Spielgenuss der besonderen Art. Viele blinde Schläge gehen in nicht einsehbares Terrain, oft über tiefe Schluchten (bitte keine Bälle suchen). Die sehr schnellen und stark modulierten Greens sind in einem tadellosen Zustand, sorgen aber auch dafür, dass man meist von einem Drei-Putt-Ergebnis begeistert ist. Golfern im Anfängerbereich kann dieser Kurs allerdings nicht empfohlen werden. Nicht nur Beginner, auch alle anderen Golfer sollten auf jeden Fall ein oder zwei Ausflugstage einplanen, um die Region zwischen Alicante, Torrevieja und Guardamar del Segura zu erforschen. Die gesamte Region und  auch der  Küstenort Guardama sind  noch nicht touristisch überlaufen, und an den über 15 Kilometer langen Sandstränden vor der Stadt findet man ruhige Plätze. Das Besondere hier: Direkt hinter den Stränden wachsen mächtige Pinien- und Eukalyptusbaum-Wälder, die Ende des 19. Jahrhunderts gepflanzt wurden, um das Wandern der Sanddünen zu bremsen. Dadurch wurden die Bewohner und die Fischer endlich Herr über den Sand. Heute zeugen beeindruckende Kachelmalereien entlang des Paseo Inegioro Mira vom Kampf der Bewohner gegen die Wanderdünen. Unten am Strand locken an der langen Kette der historischen Fischerhäuser viele kleine Fischlokale. Die Preise hier: touristisch noch nicht verdorben.

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Das gilt ebenso für den kleinen Ort Torrevieja, der sich nahe riesigen Salzlagunen als Ausflugsziel empfiehlt. Diese Lagunen mit einer Größe von über 1500 Hektar stehen heute unter Naturschutz. Man kann die Seen und die besondere Vegetation zu Fuß oder per Fahrrad erkunden. Ebenso beeindruckend wird ein Besuch der Großstadt Elche, wo man Europas größtes Palmenhain erleben kann, mit dessen Anpflanzung die Phönizier rund 300 v. Chr. begonnen haben. Palmen soweit das Auge reicht, eine historische Altstadt mit malerischen Gebäuden aus arabischen Epochen und einer quirligen Atmosphäre in den Gassen mit vielen Restaurants und Tapas-Bars.

Golfen in Spanien, das hat unsere Rundreise zu einigen Topplätzen der Costa Blanca gezeigt, muss nicht übermäßig das Portemonnaie strapazieren. Wer sich vorab über günstige Reisezeiten und Golfpakete informiert, kann rund um Alicante einen kulinarisch genussvollen und golferisch sehr interessanten Urlaub verbringen.

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