Ist jemand zu Hause?

Endlich Ferien und man kann ein paar schöne Wochen im Süden genießen. Allerdings haben Langfinger gerade in der Urlaubszeit Hochkonjunktur und nutzen es aus, wenn die Wohnung oder das Haus verlassen ist. Damit Sie keine unliebsame Überraschung bei der Rückkehr erwartet, zeigen wir Ihnen ein paar Möglichkeiten auf, wie Sie sich und Ihr Hab und Gut schützen können.

Die gute Nachricht vorweg – mehr als ein Drittel aller Einbruchsversuche scheitern, weil Wohnungen oder Häuser gesichert sind. Schließlich sind meistens nicht Profis mit schwerem Werkzeug unterwegs, sondern Gelegenheitstäter, die die Gunst der Stunde nutzen und mit kleinen Schraubenziehern Türen oder Fenster aufbrechen oder mit einem Stein eine Scheibe einwerfen. Um diesen Tätern von vornherein erfolgreich ins Handwerk zu pfuschen, müssen nicht unbedingt teure technische Sicherungen – wie etwa eine Alarmanlage – angeschafft werden. Ein gewisses Maß an Sicherheit gibt es durchaus auch zum Nulltarif, so die Kommission der polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, die örtliche Polizeidienststellen unterstützt und Mietern und Hauseigentümern praktische Tipps zur Einbruchsprävention gibt.

Sicherheitschloss – Foto: www.polizei-beratung.de

Sperrbügel – Fotos: www.polizei-beratung.de

Durch diese einfachen und nicht sehr aufwendigen Maßnahmen kann in einem gewissen Rahmen vorgebeugt werden. Praktisch und ungemein hilfreich sind dabei auch Smartphones, die nicht nur gute Dienste beim Urlaubsgrüße-Posten oder bei Selfies leisten, sondern Ihnen auch dabei helfen, zu Hause nach dem Rechten zu sehen. Allerdings müssen Sie dafür ein Smart Home Ihr Eigen nennen und eine Haussteuerung besitzen. Dann können nicht nur Licht und Rollläden gesteuert werden, sondern Sie können auch mittels eines zugeschalteten Bewegungsmelders einen Alarm auf Ihrem Handy auslösen. Was nützt mir das in Spanien, werden Sie sich jetzt fragen – immerhin so viel, dass Sie sofort die Polizei oder einen Nachbarn verständigen können, auch aus 3.000 Kilometern Entfernung.

Was Sie niemals tun sollten:

  • Geben sie Ihre Urlaubspläne nie öffentlich bekannt, z. B. auf Anrufbeantwortern oder im Internet.
  • Legen Sie Lieferaufträge niemals in ihre Urlaubszeit.
  • Lassen Sie Haus oder Wohnung niemals verlassen wirken.
  • Verstecken Sie keine Ersatzschlüssel in der Nähe des Hauses/der Wohnung.

Eins ist klar, egal ob man vor Ort oder im Urlaub ist, einen 100-prozentigen Einbruchsschutz gibt es nicht. Alles, was man tun kann, ist, es den Dieben so schwer wie möglich zu machen. Gute Dienste leistet eine Vielzahl an Sicherungstechnik wie Schutzbeschläge, elektronische Sicherheitsschlösser ohne Schlüssel, nur mit Eingangscode oder Karte, sowie digitale Schließzylinder. Für die Eingangstür gibt es viele Maßnahmen: z. B. ein gutes Zusatzschloss mit Sperrbügel oder ein einbruchhemmendes Schloss mit geschütztem Profizylinder, ergänzt durch einen Schutzbeschlag mit zusätzlicher Zylinderabdeckung. Auch im Mauerwerk verankerte Schließbleche können das Aufhebeln erschweren. Gut gesichert ist die Tür auch mit einem Querriegelschloss.

Schwachstelle Fenster

Rund 80 Prozent der Einbrüche erfolgen über Fenster und Balkontüren im Erdgeschoss. Die Täter gehen hierbei sehr gezielt auf die Schwachstellen des Eigenheims. Aufhebeln sowie zielstrebige Angriffe auf die Verglasung machen rund 90 Prozent der Vorgehensweise bei Einbrüchen aus. Um es erst gar nicht so weit kommen zu lassen, empfiehlt die Kommission der polizeilichen Kriminalprävention Fenster ab der Widerstandsklasse RC 2, die bei Einbruchsversuchen von Gelegenheitstätern mindestens drei Minuten lang Widerstand leisten. Denn die Erfahrung zeigt, dass ein Versuch bei ausbleibendem Erfolg nach zwei bis drei Minuten abgebrochen wird. Die Täter suchen sich dann leichter zugängliche Objekte.

Bei Erdgeschosswohnungen oder Häusern bitte zusätzlich beachten:

  • Nachbarn um die regelmäßige Entleerung des Briefkasten bitten
  • Machen sie auf keinen Fall einen Hinweis an ihren Briefkasten, die Post beim Nachbarn abzugeben!
  • Zeitschaltuhren und/oder Sensoren sorgen für eine geregelte Beleuchtung des Hauses zu verschiedenen Zeiten und an wechselnden Stellen, Jalousiebetätigungen und Bewässerungen des Gartens.
  • Bitten sie einen Nachbarn die Mülltonnen zu den gewohnten Zeiten heraus- und wieder zurückzustellen

Auf der Homepage der Polizeiberatungsstelle gibt es neben Tipps auch ein interaktives Haus, das Sicherheitsvorkehrungen aufzeigt wie z. B. mechanische Sicherungen an Haus-, Balkon- und Terrassentüren und Fenstern und massive gut verankerte Gitter vor Kellerfenstern. Ein Thema dort ist auch die Sicherung der Garage. Wer nach einem umfassenden Gesamtkonzept sucht, kann und sollte sich zusätzlich von einem Sicherheitsexperten ein Konzepterstellen lassen. Zu seinem Portfolio gehören auch die Montage von Schließanlagen, eine computergestützte Planung von Einbruchmelde- und Briefkastenanlagen, komplette Alarmsysteme, Kameras und Tresore, z. B. von der Firma Hartmann. Natürlich müssen Sie aus Ihrer „Burg“ keine Festung machen, aber zu leicht sollten Sie es den Langfingern auch nicht machen. Denn – jetzt kommt die schlechte Nachricht: Nicht nur der Sommerurlaub ist für Langfinger eine „gute Zeit“, ihre eigentliche Hochsaison ist der Herbst. Die meisten Einbrüche werden in den sogenannten „Dämmerungsmonaten“ von November bis März verübt.

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