Nachhaltiges Engagement

Der HASPA Nachhaltigkeitspreis ging an die Initiative „Alles in Ordnung“. Fotos: Gute Leude Fabrik

Zum 56. Mal kamen Ende Oktober Akteurinnen und Akteure aus dem Bereich Nachhaltigkeit mit engagierten Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kultur und Zivilesellschaft beim N Klub zusammen. In der besonderen Atmosphäre des Dialoghauses Hamburg stand erneut der gemeinsame Einsatz für eine nachhaltige Zukunft im Mittelpunkt.

Mit ihrem Impulsvortrag begeisterte Pheline Huber, Gründerin des Start-ups LYFE.ads, das Publikum. „Wir entwickeln die kleinste Werbefläche der Welt mit dem größten Impact: Tamponschachteln, die durch Werbung finanziert werden, nicht durch Frauen. So wird aus jedem Werbebudget ein Beitrag zu mehr Gleichberechtigung und Sichtbarkeit.“ Sehr anschaulich legte Pheline Huber die Chance der Wirksamkeit ihres Unternehmens dar: 2024 lag die Zahl der Gesamt-Brutto-Werbeausgaben in Deutschland bei 35,7 Milliarden Euro. Damit könnte man ein Jahr lang 33 Prozent der weiblichen Weltbevölkerung mit Tampons versorgen. Hubers Ansatz zeigt, wie kreative Geschäftsmodelle soziale Verantwortung übernehmen und nachhaltige Wirkung erzielen können – eine Idee, die auf große Resonanz im Publikum stieß.

Nachhaltigkeit zwischen Engagement und Verantwortung

In der Rubrik „Stand der Dinge“ diskutierten Lars Meier und seine Gäste Svenja Weber (Geschäftsführerin des Dialoghauses Hamburg) und Annika Rittmann (Hamburger Zukunftsentscheid) darüber, wie nachhaltiges Handeln in Hamburg konkret gelebt werden kann und welche Verantwortung Stadtgesellschaft, Unternehmen und Politik dabei tragen. „Nachhaltigkeit beginnt für uns mit Begegnung“, so Svenja Weber. „Wir wollen Menschen bei uns im Dialoghaus einladen, ihre Perspektiven zu wechseln, nur so entsteht echtes Verständnis füreinander und für die Themen unserer Zeit.“ Annika Rittmann erklärte, dass das Kernanliegen der Initiative eine breite Bürgerbeteiligung war. Das erfolgreiche Zukunftsentscheid-Ergebnis mache nun deutlich, dass die Hamburger*innen ihre Zukunft mitgestalten wollen.

Lars Meier (li.) im Gespräch mit Andreas Dressel (re.)

Finanzsenator Andreas Dressel im Gespräch

Ein Höhepunkt des Abends war erneut das Gesprächsformat „N Klub fragt nach“. Dieses Mal stellte sich Hamburgs Finanzsenator Dr. Andreas Dressel den Fragen von Gastgeber Lars Meier. Im Fokus standen Hamburgs finanzielle Handlungsspielräume im Kontext von Klimaschutz, sozialer Gerechtigkeit und nachhaltiger Stadtentwicklung. Im Gespräch über den jüngsten Volksentscheid betonte Dressel die Bedeutung demokratischer Prozesse, auch, wenn sie kontrovers verlaufen. „Volksentscheide sind gelebte Demokratie. Sie zeigen, dass wir in Hamburg bereit sind, über die Zukunft unserer Stadt zu streiten – sachlich, leidenschaftlich und mit gegenseitigem Respekt. Entscheidend ist, dass wir nach solchen Entscheidungen gemeinsam weitergestalten.“ Bezugnehmend auf die jüngst abgeschlossenen Tarifverhandlungen hob der Finanzsenator hervor, wie wichtig soziale Ausgewogenheit und Partnerschaft in der Stadtverwaltung sind. „Dass künftig alle Beschäftigten der Stadt ein Jobticket erhalten, ist ein starkes Signal: Wir investieren in soziale Gerechtigkeit, in nachhaltige Mobilität und in den Zusammenhalt innerhalb der Stadt.“ Dressel sprach außerdem über die möglichen Olympischen und Paralympischen Spiele in Hamburg und verband das Thema mit einem Appell an den Zukunftsgeist der Stadt.

Auszeichnung für „Alles in Ordnung“

Der mit 2.500 Euro dotierte Haspa Nachhaltigkeitspreis ging in diesem Jahr an die Hamburger Initiative „Alles in Ordnung“ (https://allesinordnung.hamburg/). Das Projekt setzt sich auf kreative und alltagsnahe Weise für ein sauberes, lebenswertes Stadtbild ein und verbindet Umweltbewusstsein mit Gemeinschaftssinn. Mit ihren Aktionen möchte die Initiative u. a. zeigen, dass gelebte Nachhaltigkeit im Kleinen beginnt.

Initiativen, vier starke Ideen

100 Sekunden-Pitch von Yvonne-Ramat (Voicestories)

Ein besonderes Highlight des Abends war erneut das beliebte Kurzformat „100 Sekunden“, bei dem sich Hamburger Initiativen und Start-ups kompakt, klar und mit persönlicher Haltung vorstellten. Tower People präsentierten ihr soziales Konzept für den zukünftigen Elbtower, das den ikonischen Neubau zu einem Ort der Begegnung und Teilhabe machen will (https://tower-people.de/). GO! Hamburg unterstützt nachhaltige Unternehmen durch kostenlose Beratung, um deren Wachstum und Sichtbarkeit zu stärken – ein Beitrag, der besonders kleineren Initiativen hilft, ihre Wirkung zu vergrößern (https://www.go-hamburg.info/). Die Initiative Yakady stellte eine App vor, die Geflüchteten hilft, ihren Aufenthaltstitel zu klären und bürokratische Prozesse zu vereinfachen. Viocestories schließlich macht Erinnerungen hörbar: Über Sprache und QR-Codes werden persönliche Geschichten und Lebensmomente für alle erlebbar – ein Projekt, das Verbindung und Menschlichkeit schafft (www.shop.voicestories.de).

www.guteleudefabrik.de