Wiederentdecktes Filmjuwel

Foto: Marion Fedder / Wallocha

Ende April hat Marion Fedder ein weiteres, bislang verschollen geglaubtes Sammlerstück ihres verstorbenen Mannes Jan Fedder wiederentdeckt. In einer Garage in Hamburg, deren Schlüssel über lange Zeit unauffindbar war, stieß sie auf einen echten Schatz aus der Filmgeschichte.

Bekannt war, dass Jan Fedder eine große Leidenschaft für außergewöhnliche Sammlerstücke hegte. Nun wurde diese Leidenschaft um ein besonders spektakuläres Stück ergänzt: ein originales Fahrzeug aus den Dreharbeiten des Filmklassikers „Das Boot“ – ein seltener Peugeot 402. Der französische Klassiker wurde ursprünglich zwischen 1935 und 1942 gebaut und zählt heute zu den begehrten Oldtimern seiner Zeit. Eine besondere Geschichte verbirgt sich hinter dem Weg des Fahrzeugs nach Hamburg: Direkt nach Abschluss der Dreharbeiten wurde der Peugeot auf einem Anhänger aus dem französischen La Rochelle in die Hansestadt transportiert und dort in der Garage untergebracht, in der er nun – 46 Jahre später – wiederentdeckt wurde. Seitdem blieb der Wagen unberührt und geriet nahezu in Vergessenheit. Der 1981 erschienene Film „Das Boot“ gilt bis heute als eines der bedeutendsten Werke der deutschen Filmgeschichte. Regie führte Wolfgang Petersen, der mit dem Film seinen weltweiten Durchbruch feierte. Auch die Besetzung des Films war hochkarätig. Neben Jürgen Prochnow in der Rolle des Kapitäns und Herbert Grönemeyer als Kriegsberichterstatter war u. a. Martin Semmelrogge Teil des hochkarätigen Ensembles. Mittendrin: Jan Fedder, der als junger Schauspieler als Bootsmann Pilgrim in „Das Boot“ maßgeblich mitwirkte und damit Teil dieses außergewöhnlichen Filmprojekts war. Der Oldtimer wird nun in eine spezialisierte Werkstatt gebracht, wo er aufwendig res-
tauriert und in seinen ursprünglichen Zustand, wie er im Film „Das Boot“ zu sehen ist, zurückversetzt werden soll.

Marion Fedder blickt mit einem Schmunzeln auf die Entdeckung: „Die Sammelleidenschaft von meinem Mann war wirklich groß – und sie sorgt bis heute für immer neue Überraschungen, obwohl er nun schon seit sieben Jahren nicht mehr bei uns ist. Ich finde noch immer unzählige Schätze. Von dem Peugeot erzählte Jan immer gern die Geschichte wie er es geschafft hat, das Auto vom Dreh nach Hamburg zu bekommen. Er wollte ihn immer ‚irgendwann‘ restaurieren lassen. Dazu kam es leider nicht mehr. Neben dem Peugeot habe ich noch weitere einmalige Erinnerungsstücke aus dem Film ‚Das Boot‘. Das war für Jan einer der wichtigsten Rollen seines Lebens und er war sehr stolz darauf. Ich beginne jetzt die ganzen Fundstücke zusammenzutragen und aufzubereiten. Das ist zwar mit großem Aufwand verbunden, aber natürlich gebe ich auch gerne Dinge weiter, von denen ich weiß, dass sich Fans und Wegbegleiter daran erfreuen. So bleibt Jan in Erinnerung und lebt auf eine besondere Weise weiter.“